Kundgebung: Die DDR war anders & Ausstellung "Unentdecktes Land"

9. November - 10 Uhr - Lustgarten - Berlin

 



Frieden statt Bundeswehr – Druschba statt Nazis – Leben statt Überleben:

Die DDR war anders

 

 

Keine Antwort auf das Desaster ist auch eine

 

Ob Einheits- oder Grenzöffnungstag, man bettelt uns zu Tisch bei Bratwurst und mäßigem Kulturprogramm. Das läuft, wenn auch sonst nix läuft, und zwar regelmäßig zu jedem dieser „glücklichsten Tage der Deutschen“. Doch die Jubelarien sind auch nicht das, was sie mal waren: Keine Rede mehr versucht der entvölkerten, deindustrialisierten Steppe Ostdeutschland noch Blühendes anzudichten. Da gibt’s noch immer Unterschiede zwischen Ost und West? Brüder, Schwestern, so ist es halt und ganz und gar nicht schön. Sieht die Regierung ein und will ganz Kumpel sein mit den Angeschlossenen und Abgehängten – wohl aus Angst, bei ihren Festen am Ende ganz allein zu sein. So schleppt sich der Kaiser von Jahr zu Jahr über den Platz, zeigt seine neuen Lumpen. Und hinter den Kulissen und dem Konfettiregen geht es weiter…

Der Raubzug Ost geht weiter. Eine Volkswirtschaft und Nachkriegsordnung sind dem Erdboden gleich gemacht und jeder »ehemalige« Sozialismus dort schrill und aufwendig verschrien. Bis zum Kaputtmachen und Palastabreißen ging die Planung, der Rest mag sich scheren und weiter verlieren. Das Rumtata der Staatskapelle auf der Bühne unterm Brandenburger Tor ist die einzige Antwort auf das Desaster.

 

Ruhe im Glied und Tritt nach unten

 

Nur, dass es in den Krisengebieten um uns herum noch weit schlimmer ist als hier, hält die Leute noch bei mieser Laune, bei der Stange. Wer sich noch für Mittelschicht hält, weiß die Armut an der Haustür klopfen. Eine Etage tiefer speist man schon an der Obdachlosentafel, den Geflüchteten steht selbst das nicht zu. Denn es gilt: besser ich als die Anderen. Die Anderen sind keine Brüder, Schwestern, Kollegen, Menschen mehr, nur noch Konkurrenten, Feinde.

 

Eine Freiheit wie Stacheldraht

 

10.000 dieser »fremden Feinde« liegen auf dem Grund des Mittelmeeres, ermordet auch von deutschen Schreibtischtätern. Doch Mitleid gibt es nicht im Krieg! Der ist allerorten, die Bundeswehr ein Teil davon, weltweit unterwegs und oft genug schon vorne weg.

Die Auftraggeber dieser Bundeswehr, die einst von Nazis aufgebaut, sind die Hauptkriegstreiber Europas – schon wieder. Das alte Spiel hat nur 40 Jahre pausiert und die Heimatfront wird ausgerüstet – schon wieder. Ein rechter Erdrutsch, den kein Verbot behindert, ergießt sich in die Köpfe und den Bundestag. AfD, CSU & Co. hocken in Talkshows, sind kein Schandfleck am Rechtsstaat, sondern Teil des Systems BRD, das Meinungsfreiheit für Faschisten garantiert. Wo sind die Bürgerrechtler auf den Straßen jetzt und dagegen?

Wer in Kinderaugen an den Stacheldrahtzäunen der Außengrenzen nur Kinderaugen sieht und keine »fremden Invasoren«, wer sich Völkerfreundschaft bewahrt und Hartz4 nicht für ein verdientes Verlierersiegel hält, wer auf die Meinungsfreiheit der Faschisten scheißt und Friedenstauben dem Bundesadler vorzieht – der steht als »Gutmensch« im Spott, als »Krawallchaot« in den Schlagzeilen und als links unter Beobachtung – der steht allein!

 

Die Wahrheit bleibt konkret

 

Klare Kante gegen Armut, Krieg und Faschismus ist hier so out wie die DDR. Denn Völkerfreundschaft, Druschba, war dort Staatsdoktrin und trotzdem vielen eine Lust. Statt einem Grab im Mittelmeer gab es Solibeitrag für andere, die nichts haben und für ihr Brot noch kämpfen – das war normal wie das Mittag in der Betriebskantine. Und wer meinte, rassistisch auffallen zu müssen, bekam sein Mittag hinter Gittern. Nazis waren in der DDR keine Parlamentsfraktion, sondern das Grauen, vor dem selbst noch in jedem Dorf ein Gedenkstein mahnte.

Kein Plakat, keine der langweiligen Volkskammerreden, keine außenpolitische Maßnahme, die nicht das Eine immer aussprach oder, mehr noch, danach handelte: Frieden! Im Kinderlied, im Bild aus Tusche für die Hausaufgabe, als Mosaik an jedem zweiten Neubaublock: die weiße Taube, fast schon Wappentier. Das Militär war in der Kaserne statt wie die Bundeswehr auf Welttournee.

So war das in der DDR, in der es so vieles nicht gab, wo satt zu Essen, Arbeit und überm Kopf ein Dach genauso geklärt war, wie Kultur für jedermann. Wo kein Gedanken ans Überleben, an Miete, Rente, Stütze, Lohn verschwendet werden muss – da lebt man, wird würdig alt und macht sich Gedanken. Bei alledem blieb die DDR vieles schuldig. Eine Antwort auf Krieg, Armut und Faschismus jedoch nie. Man muss die DDR nicht mögen, um das zu wissen. Man muss sie aber mächtig hassen, um es zu leugnen.

 

Was uns eint

 

Ihr »Arbeitnehmer« und Arbeitslosen in Ost wie West: 40 Jahre standen wir Rücken an Rücken dicht, dazwischen eine »Mauer«. Seit ihrer Öffnung zahlen wir den Anschluss der DDR in unserer Herren Tasche. Heute ohne diese Grenze, scheint es, braucht das Licht länger als ein Jahr von uns zu euch da drüben. Wir teilen keinen Kampf um einen Zustand der mehr ist als Überleben, um Nazis raus und Waffen runter! Deswegen teilen wir gemeinsam ständig unsere Niederlagen. Bis jetzt sind sie das einzige, was uns seit 30 Jahren unerträglich vereint.

Was die DDR verbockte und was sie an Lösungen für die Probleme der Menschen aufbot, wirft heute Fragen auf: Frieden statt Bundeswehr? Druschba statt Nazis? Leben statt Überleben? Wie soll es weitergehen, wohin führen? Was muss anders werden?

 

 Die DDR war anders

 

 

Kundgebung: Die DDR war anders & Ausstellung "Unentdecktes Land"

9. November - 10 Uhr - Lustgarten - Berlin

 

 

 

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Pressespiegel zur Ausstellung "Unentdecktes Land"


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OSSIS GEGEN RECHTS

Eure Geheimdienste bewaffnen die Nazis und eure Medien AfD & Co! Eure Regierung schiebt ab in den Tod: nach Afghanistan und ins Mittelmeer, täglich. Wir wissen, wo noch jede Altnazisau mit fetter Rente in Kanzleramt & Bundeswehr alt werden durfte: Bei euch! Wir wissen, wer die Antifaschisten, die wir in der DDR geehrt haben, von unseren Straßenschildern strich und aus unseren Geschichtsbüchern jagte: ihr! So kämpft ihr gegen links und schließt nach rechts die Augen, schon viel zu lang. Und ihr aus eurem braunen Mustopf BRD gebt uns die Schuld an den Faschisten in eurem Parlament? Ihr nennt uns Nazis? Ihr könnt und wollt die Faschisten, all die NPD, AfD, CSU ... nicht verbieten, denn euer Staat ist so anders als der, den ihr uns ausreden wollt.

 

Wir wissen, wer wir sind: OSSIS gegen Rechts!

 

Unentdecktes Land e.V.

 

 

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