Flugblatt erstmalig verteilt auf der Berliner UNTEILBAR-DEMO, 4. September 2021

Faschisten im Knast und nicht im Parlament

 

 

Kurz nach Kriegsende, am 14. Juli 1945, begründete ein bis dahin in Deutschland noch nicht gesehenes Konzept eine antifaschistisch - demokratische Umwälzung im Osten. Ein Konzept mit langem Namen: „Block der antifaschistischen demokratischen Parteien“.  Dieser Block, die 4 großen Volksparteien SPD, KPD, CDU und LDP waren sich selten grün. Doch eines bedurfte nie großer Diskussion: Die konsequente Umsetzung des Potsdamer Abkommens. Dies besagt u.a.:

 

 

Die NSDAP, ihre Gliederungen und Unterorganisationen sind zu vernichten; alle Nazi-Ämter sind aufzulösen, Sicherheiten sind zu schaffen, dass sie in keiner Form wieder auferstehen; jeder nazistischen Betätigung und Propaganda ist vorzubeugen.

 

 

Leicht gesagt, schwergetan. Papier ist noch keine Praxis, aber wurde es. Von Stund an waren faschistische, nazistische, rassistische, revanchistische Parteien, Gruppen, Grüppchen samt ihrer Propaganda verboten. Ihre Gründung oder Wiederzulassung war im Osten ausgeschlossen.

Die nächsten 45 Jahre hatte dies dort Bestand, war unantastbar und verfassungsrechtlich verankert. 1948 wuchs der Block und sein Name nochmal. Die Aufnahme von Frauen-, Jugend-, Gewerkschafts- und Antifa-Organisationen machten ihn zum „Block der antifaschistisch-demokratischen Parteien und Massenvereinigungen“ und später zur Grundlage der Volkskammer, dem Parlament der DDR.

 

 

Eure Freiheit ja, unsere Freiheit nein

 

 

Dagegen 1949 in der BRD: Bei der ersten Bundestagswahl war für Frauen-, Jugend-, Gewerkschafts- und Antifa-Organisationen kein Parlamentsplatz reserviert. Dafür bekam die „Deutsche Partei“ 17 Sitze, nur eine unter den unzähligen rechten Organisationen, die in nur vier Nachkriegsjahren im Westen neu gegründet oder wieder zugelassen wurden. Tausende Altnazis und deren Ziehkinder stimmten in den bundesdeutschen Regierungen, Gerichten, Verwaltungen, Schulen, Universitäten, Polizeiwachen, in der Bundeswehr ein „Deutschland über alles…“ an.

Die nächsten 40 Jahre veränderten die deutschen Staaten. Seine Kinderstube jedoch konnte keiner der beiden leugnen. Die übrig gebliebene BRD bis heute nicht. Ihre Demokratie, wir alle, besonders all jene, die nicht ins menschenverachtende Weltbild der Rechten passen, müssen (sie) nach wie vor aushalten:

All die unzähligen faschistischen, nazistischen, rassistischen Parteien, Gruppen und Grüppchen, ihre Morde, Terroranschläge, Hetze in Reden, Zeitungen, Büchern, Konzerten usw.  Sie genießen die Freiheit der Meinung und bestimmen mit. Ein Hohn für die uns von den Völkern der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg gegebene Aufgabe, aus diesem Krieg die Lehre zu ziehen, ein Hohn für das Potsdamer Abkommen.

 

 

 

Heute grübeln wir nur noch

 

 

Meinungsfreiheit und Mitbestimmung. Mit diesen Schlagworten ging hier 1990 ein Land in den Westen und in den Geltungsbereich bundesdeutscher Demokratie. Über 200 Menschen in West und Ost sind seitdem durch Faschisten ermordet worden, unzählige wurden verletzt. Für sie und viele andere wurde und wird „Meinungsfreiheit & Mitbestimmung“ zur Freiheit der Barbarei.

Wenigstens das lässt zweifeln an jener übrig gebliebenen bundesdeutschen Demokratie. Dass im Parlament für Mitbestimmung von Frauen-, Jugend-, Gewerkschafts- und Antifa-Organisationen kein Platz ist, jedoch für Faschisten, hinterlässt Skepsis. Vielleicht jene „vertiefte Grundskepsis… gegenüber Politik und Demokratie“, die unlängst der „Ostbeauftragte der Bundesregierung“ den Ostdeutschen attestierte.

 

 

Angesichts diesem Heute hier, das Faschismus aushalten muss, scheint etwas Neues, Anderes fern. Aber mit Grübeln fängt es immer an.

 

 

 

 


April 2021: Elb-Brücke bei Torgau

Niemand hat die Absicht ein Transparent zu errichten. Wir schon!

Dank Euch, Soldaten der Anti-Hitler-Koalition – Nieder mit der Bundeswehr und ihren Auftraggebern.

Am 24. April 1945 trafen an der Elbe bei Torgau zwei Hauptakteure der Anti-Hitler-Koalition zum Schulterschluss gegen den deutschen Faschismus zusammen: die Armee der Vereinigten Staaten von Amerika und die Rote Armee der Sowjetunion. Damit war die militärische Niederlage Nazideutschlands besiegelt.
Die zivilisierte Welt schlug vereint im Namen der Freiheit und des Lebens den deutschen Faschismus nieder. Eine Befreiung! Dank Euch, Soldaten der Anti-Hitler-Koalition!

Die BRD jedoch hat an diesem 24. April nichts zu gedenken, niemandem zu danken. Eine von Nazi-Generälen aufgebaute und heute von ihren Zöglingen geführte Bundeswehr führt wieder Krieg. Ihre Auftraggeber sind dieselben: die Siemens, Daimler, Deutsche Bank & Co.

Wer, wie das antifaschistische Gedenken der DDR, an die Befreier erinnert, der Opfer gedenkt und die Täter beim Namen nennt, stellt sich den deutschen Kriegsplänen entgegen.
Es geht um das Erfüllen eines Auftrags, der uns von den so wenigen Überlebenden aufgetragen wurde: Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus! Erinnern heißt Kämpfen. Die Geschichte der BRD und ihrer Bundeswehr zeigt, dass beides nicht zu trennen ist.

 

Dank Euch Soldaten der Anti-Hitler-Koalition – Nieder mit der Bundeswehr und ihren Auftraggebern!

 

Symbolisches Treffen am 27. April 1945 zwischen William Robertson und Alexander Silwaschko nahe Torgau
Symbolisches Treffen am 27. April 1945 zwischen William Robertson und Alexander Silwaschko nahe Torgau

Unentdecktes Land BRAUCHT ANHANG

2021 ist das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen: große Ausstellung, große Pläne - dafür brauchen wir einen großen Anhänger!

 

Wir wollen mit der Ausstellung auf Tournee durch den Osten, doch das geht nur mit einem großen Autoanhänger. Leider ist der ordentlich teuer und wir ordentlich pleite. Wir sind daher gerade jetzt für jede Spende, die uns dem Anhänger ein Stück näher bringt, sehr dankbar!


Aufruf: Euer Land, euer Leben, eure Bilder

Unentdecktes Land geht es um den Blick der Ostdeutschen auf ihre Geschichte und das eben nicht über Kimme und Korn, sondern abseits der offiziellen Geschichtsschreibung die zum größten Teil andere von woanders über uns erzählen.

 

Ganz zuerst gehört unsere Geschichte uns und sie gehört in Stellung gebracht gegen Rassismus, Faschismus, Krieg und soziale Not. All das wogegen die Deutsche Demokratische Republik gegründet werden musste. Wir bringen das Thema DDR auf die Straße zu Euch, zu uns selbst. Zu den Leuten im Osten, zu den Leuten die in der DDR lebten, dort an jedem Ort Geschichte schrieben. Zu den Leuten die dieses Land aufbauten, zusammen ums Bessere gerungen haben mit Begeisterung, Freude, Streit und Zorn. Aber auch zu denen die vielleicht die DDR enttäuscht verließen oder dort nur ihre Kindheit verbrachten. Wir bringen sie zu denen, die nach ihr geboren wurden, sie nur noch vom Hörensagen ihrer Eltern und Großeltern kennen lernen. Dorthin bringen wir Vorträge und Ausstellungen und Aktionen, unser Wissen, unser Unwissen und die Neugier, mehr zu erfahren.

 

Fester Bestandteil unserer Arbeit ist nicht nur das geschriebene und das gesprochene Wort, sondern auch Bilder die von dem Leben in der anderen deutschen Republik berichten. Bilder vom Leben und der Arbeit der Menschen die dort wirkten in Stadt und Land, Bilder von der Kunst der DDR, ihren Bauten und Baustellen – vom Alltag. Es gibt Millionen dieser Bilder, doch heute wird an ihnen verdient und jeder der mit diesen Bildern arbeiten möchte, muss sie sich leisten können. Sie sind eine Ware geworden, so wie alles andere eine Ware geworden ist.

 

Wir haben selten die Mittel, um diese Ware zu bezahlen. Deswegen geht dieser Aufruf an Euch da draußen: sendet uns bitte Bilder, die ihr selber aufgenommen habt, denn auf diese habt ihr die Rechte. Klappt die alten Alben auf und schickt uns für unsere Arbeit Bilder aus dem Unentdeckten Land DDR.

 

 

Klickt hier um Kontakt zu uns aufzunehmen


katalog zur ausstellung "unentdecktes land"

Der gedruckte Katalog zur Ausstellung "Unentdecktes Land" kann über unser

Kontaktformular oder via Mail an info@unentdecktes-land.org gegen Spende bestellt werden.


Die Kommunistische Organisation (KO) hat eine Videoreihe zum Leben in der DDR erstellt, in der anhand von Interviews mit Zeitzeugen ein Einblick in verschiedene zentrale Bereiche der Gesellschaft der deutschen demokratischen Republik gewährt wird. Da die Videoreihe sowohl technisch wie auch inhaltlich hervorragend von der KO gestaltet und erstellt wurde, verlinken wir diese hier. Wir wünschen interessante und spannende Unterhaltung beim Anschauen.

 

Episode 1: "Schule, Kindheit und Jugend"

Episode 2: "Arbeit und Wirtschaft"

Episode 3: "Demokratie und Zusammenleben"

Episode 4: "Kalter Krieg und Konterrevolution"


OSSIS GEGEN RECHTS

Eure Geheimdienste bewaffnen die Nazis und eure Medien AfD & Co! Eure Regierung schiebt ab in den Tod: nach Afghanistan und ins Mittelmeer, täglich. Wir wissen, wo noch jede Altnazisau mit fetter Rente in Kanzleramt & Bundeswehr alt werden durfte: Bei euch! Wir wissen, wer die Antifaschisten, die wir in der DDR geehrt haben, von unseren Straßenschildern strich und aus unseren Geschichtsbüchern jagte: ihr! So kämpft ihr gegen links und schließt nach rechts die Augen, schon viel zu lang. Und ihr aus eurem braunen Mustopf BRD gebt uns die Schuld an den Faschisten in eurem Parlament? Ihr nennt uns Nazis? Ihr könnt und wollt die Faschisten, all die NPD, AfD, CSU ... nicht verbieten, denn euer Staat ist so anders als der, den ihr uns ausreden wollt.

 

Wir wissen, wer wir sind: OSSIS gegen Rechts!

 

Unentdecktes Land e.V.

 

 

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